Karin Drda-Kühn

Astrotourismus – Sternenbeobachtung als Reisegrund

Astrotourismus (oder „Sternentourismus“) ist einer der heißen Trends im Kulturtourismus mit zahlreichen Überschneidungen mit dem Naturtourismus. Die International Dark-Sky Association (IDA) hat weltweit weniger als 40 Regionen aufgelistet, in denen künstliches Licht gebannt und der dunkle Nachthimmel geschützt wird. In Deutschland gibt es seit 2014 vier solcher Sternenparks: im Westhavelland, der Eifel, der Winklmoosalm und in der Rhön. Überall gibt es bereits ausgereifte astrotouristische Angebote, so zum Beispiel in der Rhön, dem Dreiländereck von Hessen, Bayern und Thüringen: Im Sternenpark werden geführte Nachtwanderungen durch zertifizierte Sternenführer*innen angeboten, die Erklärungen zu himmelsmechanischen Vorgängen geben und Geschichten rund um Sternbilder erzählen. Im August finden jährlich die Sternenparkwochen statt, in denen sich die Sternenpark-Betreiber*innen, Touristiker*innen, […]

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Vier Vorschläge zur Sensibilisierung für geistiges Eigentum

In der Nutzung von Eigentumsrechten hinkt der Kultursektor vielen anderen Sektoren hinterher und bedauerlicherweise fehlt den Akteur*innen oft auch das Bewusstsein dafür. Zugegeben: Es ist kein leicht zu erarbeitendes Thema, die Komplexität ist erheblich, und es sind oft juristische Fachkenntnisse erforderlich. Bedauerlicherweise nimmt sich die universitäre Bildung in den Ausbildungswegen des Kulturerbe-Erhalts, des Kulturmanagements und des Tourismus des Themas nicht ausreichend an, und die Currikula-Entwicklung dauert viel zu lange. So kommt der berufsbegleitenden Qualifizierung eine umso größere Verantwortung zu, hier geeignete Instrumentarien zur Verfügung zu stellen.   Was also tun, um das Bewusstsein für Eigentumsrechte zu schärfen und den Kulturbereich zu qualifizieren? Hier 4 konkrete Vorschläge: In anderen Bereichen, wie

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Mehr als das Freilegen von Geschichte: Archäologie, Tourismus und Stadtentwicklung

Archäologischen Ausgrabungen haftet nicht unbedingt der Nimbus des Glamourösen an, ganz gleich ob sie sich an Epochen (z. B. der römischen Zeit oder dem Mittelalter), Regionen (z. B. Vorderasien) oder Themen (wie z. B. der Industriearchäologie) orientieren. Allenfalls spektakuläre Funde erreichen zeitweise eine breitere öffentliche Aufmerksamkeit, und auch dann bedürfen sie in der Regel der populärwissenschaftlichen Aufbereitung und Interpretation, um in ihrer geschichtlichen Relevanz verstanden zu werden. Dass die Archäologie aber eine ausschlaggebende Rolle spielen kann, wenn es um das Zusammenwirken unterschiedlicher Fachgebiete und Themen geht, beweist das europäische Projekt ARCHEODANUBE: Hier werden Archäologie, Kulturtourismus und Stadtentwicklung in Beispielen aus neun europäischen Städten und Regionen zusammen geführt. Entstanden sind dabei zahlreiche

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Wiederauferstandene Stadt der verbrannten Bücher

Kann man eine Stadt wie Sarajewo besuchen, ohne sich mit der Zeitgeschichte auseinander zu setzen? Nein, das geht nicht, schon gar nicht, weil kulturtouristisches Reisen die einzigartige Möglichkeit bietet, Kulturgeschichte und Zeitschichte zu verbinden. Wenn es dafür ein herausragendes europäisches Beispiel gibt, dann ist es Sarajewo in Bosnien-Herzegowina. Sarajewo steht wie kaum eine andere Stadt für Multiethnizität und Multikulturalität – zurecht, denn wer durch die Gassen der Altstadt schlendert kommt in direkten Kontakt zu den muslimischen, christlichen, orthodoxen und jüdischen Wurzeln der Stadt. Kleine Läden laden zum Stöbern in kunsthandwerklichen Silber- und Kupferarbeiten ein, orientalische Süßigkeiten stapeln sich als kulinarische Stillleben in den Schaufenstern, Cafés säumen die engen Gassen, in

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Resurrection of the City of Burnt Books

Is it possible to visit a city like Sarajevo without getting to grips with contemporary history? No, you can’t, certainly not because cultural tourism travel offers the unique opportunity to combine cultural history and contemporary history. If there is an outstanding European example of this, it is Sarajevo in Bosnia-Herzegovina. Like hardly any other city, Sarajevo stands for its multi-ethnicity and multi-culturalism – and rightly so, because anyone strolling through the alleys of the old town comes into direct contact with the city’s Muslim, Christian, Orthodox and Jewish roots. Small shops invite you to rummage through silver and copper handicrafts, oriental sweets pile up as a culinary still life in

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Kulturvermittlung digital: Archäologie erleben oder deinstallieren

Ob Pompeji oder Carnuntum – eine archäologische Ausgrabungsstätte wird meist erst durch die sachkundige Führung eine*r Expert*in zum informativen Erlebnis. Was aber, wenn wir die Entdeckungstour in den digitalen Raum verlegen und virtuell auf den Spuren der Vergangenheit wandeln? Grund dazu gäbe es genug: Die Pandemie und die Schließung von Kultureinrichtungen haben die Notwendigkeit der Digitalisierung im Kulturbereich besonders deutlich gemacht. Anforderungen an digitale Strategien Durch die stetige und mittlerweile alltägliche Auseinandersetzung mit Computern und Smartphone sind die Ansprüche und Erwartungen von Besucher*innen an digitale Unterstützer*innen der Kulturvermittlung zuletzt gewachsen. Vor allem die Betreiber*innen von Kultureinrichtungen und Museen sind angehalten, hier mit hochwertigen Programmen und Inhalten ihre Besucher*innen „abzuholen“. Anwendungen,

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Industrieerbe besser touristisch nutzen

HECTOR ist ein Projekt, das aus dem europäischen Erasmus+ – Programm finanziert wird und jungen Menschen, die sich für das Industrieerbe interessieren und sich touristisch engagieren möchten, eine Qualifizierung bietet. Dazu wurde ein kostenfreies Qualifizierungsprogramm entwickelt. Das Training besteht aus einem theoretischen Online-Kurs und einer einwöchigen Sommerschule in der Toskana. Der Online-Kurs steht seit dem 1. März 2022 allen Interessierten im Alter von 18 – 30 Jahren offen und schließt mit einem Teilnahmezertifikat ab. Er ist Voraussetzung für die Teilnahme an einer  Sommerschule, die vom 12. – 18. September 2022 im Parkmuseum der Quecksilbermine von Abbadia San Salvatore im Nationalpark der Amiata-Minen in der Nähe von Siena, Italien, stattfindet. Für die

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Souvenirs, Souvenirs – das schwierige Geschäft mit der Erinnerung

Was ist ein gutes kulturtouristisches Souvenir, eines, das kulturell interessierte Besucher*innen gerne erwerben, nachhause nehmen, sich daran erfreuen und noch lange positiv mit dem Ort des Erwerbs verbinden? Souvenirs, so erklärt es uns das allwissende Wikipedia, ist „ein Gegenstand, den man als Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis, einen Ort oder eine Person mitnimmt und aufbewahrt“. Souvenirs werden vor allem aus dem Urlaub mitgebracht; oft haben sie landestypische Merkmale. Genaue Zahlen zum Umsatz von Souvenirs gibt es nicht (meist werden sie gemeinsam mit Geschenkartikeln erfasst). Souvenirs als Einnahmequelle Für Kultureinrichtungen und Kulturerbe-Stätten können Souvenirs eine beträchtliche Einnahmequelle sein. Wenn, ja wenn sie nicht ins Kitschige abgleiten oder Wegwerfartikel sind, denn Kulturtourist*innen

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Kulturlandschaft und Kulinarik: Kantabrien

Weiß jede/r auf Anhieb, wo das Heilbronner Land, Kantabrien, die Bukowina oder die Marken zu verorten sind?  Es dürften vor allem Liebhaberinnen und Kenner von Wein, Kultur, Pilgern und herrlicher Landschaft sein, die bei diesen europäischen Regionen leuchtende Augen bekommen. Beim Schwarzwald oder der Toskana hingegen dürfte die Verortung leicht fallen: Sie sind als Destination im Laufe der Zeit zu einer eigenen Marke geworden. Aber was machen ländliche Regionen, die nicht das Profil einer Toskana oder des Schwarzwalds haben, um kulturell interessierte Gäste auf sich aufmerksam zu machen? Was bieten sie ihren Gästen, das mit den Angeboten eingeführter Destinationen mithalten kann? Definitiv mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Vier Ratschläge: Immer auf der Suche nach guten Beispielen,

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Kunsthandwerk für Kulturtourismus

Ist Kunsthandwerk ein Faktor im Tourismus? Aber sicher! Mit dem Frühling beginnt die Saison der Kunsthandwerkermärkte, und sie boomen! Sie bringen Einheimische und Gäste an unsere schönsten Orte auf dem Land und zeigen handwerkliche Qualität und innovatives Design gleichermaßen. Für viele Textildesignerinnen, Keramiker, Schmuckdesigner und Weberinnen sind sie eine wichtige Einnahmequelle. Die Tourismuswirtschaft sieht es differenzierter: Die Märkte generieren zwar Einnahmen für Veranstalter, Kommunen, Gastronomie und Hotellerie, doch sie sind ein singuläres und saisonales Geschäft, das nicht die gewünschte Auslastung übers Jahr bringt. Zwirnknöpfe aus dem österreichischen Mühlviertel Es soll deshalb hier nicht die Rede sein von „fahrenden Märkten“, die professionell organisiert werden, mit vergleichbaren Anbieter*innen übers Jahr diverse Orte

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