Kulturtourismus

Reisen entlang der Donau – Europa und den Balkan entdecken

Das Reisen entlang der Donau ist durchwoben von Kultur, Geschichte und Natur. Als  zweitlängster Fluss Europas durchquert die Donau zehn Länder: Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine. Städte und Regionen wie Donaueschingen, Ulm und Passau in Deutschland, die österreichische Wachau mit Melk und Dürnstein, das slowakische Bratislava und das ungarische Budapest gehören dazu, es folgen Vukovar (Kroatien), Belgrad (Serbien), Ruse und Vidin in Bulgarien bis zum UNESCO-Welterbe Donaudelta in Rumänien. Moldawien und die Ukraine werden ebenso gestreift. Entlang der Donau siedelten die Völker der Urzeit, sie war zeitweise die Außengrenze des Römischen Reichs und in seiner Funktion gleichgesetzt mit dem Limes, dem römischen […]

Wiederauferstandene Stadt der verbrannten Bücher

Kann man eine Stadt wie Sarajewo besuchen, ohne sich mit der Zeitgeschichte auseinander zu setzen? Nein, das geht nicht, schon gar nicht, weil kulturtouristisches Reisen die einzigartige Möglichkeit bietet, Kulturgeschichte und Zeitschichte zu verbinden. Wenn es dafür ein herausragendes europäisches Beispiel gibt, dann ist es Sarajewo in Bosnien-Herzegowina. Sarajewo steht wie kaum eine andere Stadt für Multiethnizität und Multikulturalität – zurecht, denn wer durch die Gassen der Altstadt schlendert kommt in direkten Kontakt zu den muslimischen, christlichen, orthodoxen und jüdischen Wurzeln der Stadt. Kleine Läden laden zum Stöbern in kunsthandwerklichen Silber- und Kupferarbeiten ein, orientalische Süßigkeiten stapeln sich als kulinarische Stillleben in den Schaufenstern, Cafés säumen die engen Gassen, in […]

Industrieerbe besser touristisch nutzen

HECTOR ist ein Projekt, das aus dem europäischen Erasmus+ – Programm finanziert wird und jungen Menschen, die sich für das Industrieerbe interessieren und sich touristisch engagieren möchten, eine Qualifizierung bietet. Dazu wurde ein kostenfreies Qualifizierungsprogramm entwickelt. Das Training besteht aus einem theoretischen Online-Kurs und einer einwöchigen Sommerschule in der Toskana. Der Online-Kurs steht seit dem 1. März 2022 allen Interessierten im Alter von 18 – 30 Jahren offen und schließt mit einem Teilnahmezertifikat ab. Er ist Voraussetzung für die Teilnahme an einer  Sommerschule, die vom 12. – 18. September 2022 im Parkmuseum der Quecksilbermine von Abbadia San Salvatore im Nationalpark der Amiata-Minen in der Nähe von Siena, Italien, stattfindet. Für die […]

Kulturtourismus: Brücke zwischen Islam und Christentum

Das Titelbild dieses Beitrags scheint auf den ersten Blick eine gängige Szene aus dem Kulturtourismus zu zeigen: Besucher*innen betrachten den Innenraum einer Kirche. Es könnte in der Tat eine solche Szene sein, denn bei der letzten Flash-Eurobarometer-Umfrage zum Thema „Präferenzen der Europäer gegenüber dem Tourismus“ nannte etwas mehr als ein Viertel (26 %) der Befragten die Kultur mit einem klaren Bezug zum Besuch religiöser Stätten als Grund für einen Urlaub[1]. Ist es aber nicht ganz. Dieses Bild hat eine etwas andere Geschichte: Es entstand an einem neblig-regnerischen Abend Ende November 2019 in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. In den Läden glitzerten bereits die Weihnachtsdekorationen, doch der Weihnachtsmarkt am zentralen Prešernov trg war noch nicht […]

Souvenirs, Souvenirs – das schwierige Geschäft mit der Erinnerung

Was ist ein gutes kulturtouristisches Souvenir, eines, das kulturell interessierte Besucher*innen gerne erwerben, nachhause nehmen, sich daran erfreuen und noch lange positiv mit dem Ort des Erwerbs verbinden? Souvenirs, so erklärt es uns das allwissende Wikipedia, ist „ein Gegenstand, den man als Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis, einen Ort oder eine Person mitnimmt und aufbewahrt“. Souvenirs werden vor allem aus dem Urlaub mitgebracht; oft haben sie landestypische Merkmale. Genaue Zahlen zum Umsatz von Souvenirs gibt es nicht (meist werden sie gemeinsam mit Geschenkartikeln erfasst). Souvenirs als Einnahmequelle Für Kultureinrichtungen und Kulturerbe-Stätten können Souvenirs eine beträchtliche Einnahmequelle sein. Wenn, ja wenn sie nicht ins Kitschige abgleiten oder Wegwerfartikel sind, denn Kulturtourist*innen […]

Kulturlandschaft und Kulinarik: Kantabrien

Weiß jede/r auf Anhieb, wo das Heilbronner Land, Kantabrien, die Bukowina oder die Marken zu verorten sind?  Es dürften vor allem Liebhaberinnen und Kenner von Wein, Kultur, Pilgern und herrlicher Landschaft sein, die bei diesen europäischen Regionen leuchtende Augen bekommen. Beim Schwarzwald oder der Toskana hingegen dürfte die Verortung leicht fallen: Sie sind als Destination im Laufe der Zeit zu einer eigenen Marke geworden. Aber was machen ländliche Regionen, die nicht das Profil einer Toskana oder des Schwarzwalds haben, um kulturell interessierte Gäste auf sich aufmerksam zu machen? Was bieten sie ihren Gästen, das mit den Angeboten eingeführter Destinationen mithalten kann? Definitiv mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Vier Ratschläge: Immer auf der Suche nach guten Beispielen, […]

Kunsthandwerk für Kulturtourismus

Ist Kunsthandwerk ein Faktor im Tourismus? Aber sicher! Mit dem Frühling beginnt die Saison der Kunsthandwerkermärkte, und sie boomen! Sie bringen Einheimische und Gäste an unsere schönsten Orte auf dem Land und zeigen handwerkliche Qualität und innovatives Design gleichermaßen. Für viele Textildesignerinnen, Keramiker, Schmuckdesigner und Weberinnen sind sie eine wichtige Einnahmequelle. Die Tourismuswirtschaft sieht es differenzierter: Die Märkte generieren zwar Einnahmen für Veranstalter, Kommunen, Gastronomie und Hotellerie, doch sie sind ein singuläres und saisonales Geschäft, das nicht die gewünschte Auslastung übers Jahr bringt. Zwirnknöpfe aus dem österreichischen Mühlviertel Es soll deshalb hier nicht die Rede sein von „fahrenden Märkten“, die professionell organisiert werden, mit vergleichbaren Anbieter*innen übers Jahr diverse Orte […]

Kulturtourismus als Motor der Regionalentwicklung

Was macht eine Region, deren wichtigstes Produktionsfeld zusammen bricht? Das oberösterreichische Mühlviertel hat es leidvoll erfahren  – und erfindet sich seit einigen Jahren  mit Hilfe des Kulturtourismus neu. Die Produktion von Textilien aus Leinen und Wolle hat im Mühlviertel eine lange Tradition, die auf den Flachsanbau seit dem Mittelalter zurückgeht. Textilien und Stoffe  wurden für den Eigenbedarf wie für den Markt  mehr als 400 Jahre bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts gefertigt. Dann begann der Niedergang der Textilindustrie und traf die Region hart: Unternehmen schlossen, die Produktion wurde eingestellt, Fachkenntnisse der Textilherstellung gingen verloren, junge Leute verließen auf der Suche nach Arbeitsplätzen die Region. Heute spielen Weberhandwerk und Textilerzeugung […]